Leseprobe

Deutsche Söldner in Amerika – Einsatz fern der Heimat

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Auch gestattete man den deutschen Kriegsgefangenen, während ihrer Haft einer Arbeit nachzugehen. Dabei verdienten viele von ihnen mehr, als sie für dieselbe Tätigkeit in ihrer Heimat erhalten hätten. Ergebnis dieser Maßnahmen war, dass nach Kriegsende fast jeder vierte Subsidiensoldat freiwillig in Amerika verblieb – weit mehr als im Kampf gefallen waren. Paradoxerweise scherte das deren eigentliche Landesherren im fernen Deutschland wenig: Denn mit dem Ende der Kampfhandlungen flossen auch keine britischen Subisidiengelder mehr. Tausende von Soldaten waren nunmehr überzählig, und um Kosten und Mühen zu sparen, erlaubten die deutschen Fürsten jedem Soldaten, der es wünschte, ihren Abschied zu nehmen und in Amerika zurückzubleiben; ganz egal, ob Spezialist oder Gemeiner. Für die Amerikaner barg all dies gleichfalls eine gewisse Ironie, denn noch einige Jahre zuvor hatten sie den Einsatz deutscher Hilfstruppen durch die Briten auch deshalb verteufelt, weil sie fürchteten, dass sich diese Deutschen im Lande über Gebühr vermehren würden: „Über eine Million von ihnen im Jahr 1800!“ hatte die Constitutional Gazette im September 1775 noch prophezeit. Nun jedoch, da sie ihre Uniformen ablegten, nahm man die Teutonen gern – und viele davon machten in den folgenden Jahren ihr Glück. Die wenigen, die man ursprünglich tatsächlich nach Amerika gezwungen hatte, bereuten es spätestens dann wohl auch nicht mehr.

Text: Christian Kättlitz

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