Leseprobe

Sturmgeschütz III – Die Allzweckwaffe des Heeres

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Mittlerweile hatte man mit dem Sturmgeschütz alle möglichen Formationen ausgestattet. Nach der Niederlage von Stalingrad sollten auch Panzerverbände mit den billiger und schneller zu produzierenden Sturmgeschützen (anstatt mit Kampfpanzern) ausgerüstet werden. Gedacht waren Sturmgeschütze für die Panzerabteilungen und Panzerjägerabteilungen der Panzergrenadier-Divisionen sowie für die Panzerjägerabteilungen der Infanterie-, Gebirgsjäger- und Jäger-Divisionen. Die bisherigen Sturmgeschütz-Abteilungen wurden im Februar 1944 zu „Sturmgeschütz-Brigaden“ beziehungsweise zu „Sturmartillerie-Brigaden“ (letztere mit einer Begleitbatterie aus Panzerkampfwagen II) umgewandelt. Der Fahrzeugbedarf dieser Formationen war schon gewaltig genug; wenn man dann aber noch die Sturmgeschütze mitzählt, die für die Waffen-SS, die Luftwaffen-Felddivisionen und den Export bestimmt waren, ergibt sich ein noch größeres Ausstattungssoll.

Dazu kam eine monatliche Verlustrate von durchschnittlich 13 Prozent (bis Mitte 1944). Im September 1943 fiel dann Alkett als Hersteller des Sturmgeschützes III wegen alliierter Bombeangriffe zeitweilig aus. Daher begann man im Dezember 1943 damit, auf der Basis des Panzers IV das Sturmgeschütz IV zu produzieren, das mit der gleichen Hauptwaffe wie das Sturmgeschütz III (ab Ausführung F) ausgerüstet war. Das Sturmgeschütz IV erreichte aber mit rund 1100 produzierten Einheiten nie die Stückzahl des „älteren Bruders“.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Sturmgeschütz III eines der wenigen deutschen Kampffahrzeuge war, das (obwohl schon zu Beginn des Krieges entwickelt) bis zur Niederlage 1945 für das deutsche Heer eine überragende Rolle spielte. Das tat es allerdings bald in einer anderen taktischen Verwendung, als ursprünglich geplant. Aber gerade hier, bei der Panzerabwehr, lag seine eigentliche Bedeutung: So manchem deutschen Infanterieoffizier war die Unterstützung durch Sturmgeschütze wesentlich lieber als durch eigene Kampfpanzer.
 
Text: Henrik van Bune
 

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